Schön, dass Du da bist!

Du willst Anregungen bekommen, wie Du Dein Kind nach draußen bekommst? Ideen erhalten, wie ein Ausflug oder eine Wanderung für Deine Kinder spannend wird? Unterhaltsame Reiseberichte und Tourentipps lesen? Ganz einfach schöne Outdoorerlebnisse mit Deinen Kindern haben?

Daran arbeite ich gerade und hoffe, dass ich Dir schon bald noch mehr Inhalte präsentieren kann.

Diese Seite soll Dir Ideen und Anregungen bieten. Du findest hier aber keine detaillierten Tourenbeschreibungen oder genaue Ablaufschemata für Ausflüge. Ich möchte Dir hier einfach nur ein paar Impulse geben, und Deine Fantasie anregen.

Wegen der momentanen Corona-Situation habe ich mich entschieden, Dir in nächster Zeit verstärkt Ideen für Haustürabenteuer zu zeigen. Ich denke „raus mit den Kindern“ und „wandern in der Nähe“ und „wenig Leute“ ist das Gebot der Stunde.

Warum es gerade jetzt wichtig ist, mit deiner Familie schöne gemeinsame Erlebnisse zu haben erfährst Du im Interview zur Familienresilienz.

Schau einfach immer wieder mal wieder vorbei. Oder folge mir auf Twitter:

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Ich freu mich auf Dich.

Wintercamping in der Schweiz mit Kindern

Wintercamping mit Kindern? Unsere Eltern erklären und für verrückt als sie von unserer neuesten Abenteuer-Idee hören. „Skifahren kann man doch auch wo anders. Irgendwo wo es wärmer ist.“ Stimmt. Aber das kann ja jeder! Die Idee mit dem Wintercamping in der Schweiz haben wir schon länger. Und ja, wir geben es zu: Inspiriert dazu haben und vor allem die tollen Fotos auf anderen Blogs…Dieses Jahr im Februar also der Härtetest für Familie und Wohnmobil: Wir buchen vier Nächte Wintercamping in der Schweiz. Auf dem höchstgelegenen und damit auch kältesten Campingplatz Europas.

Campingplatz Morteratsch in der Schweiz

Im Sommer waren wir schon öfter hier oben. Vor allem wenn wir den heißesten Tagen des Jahres entfliehen wollten. Am höchstgelegenen Campingplatz Europas, Camping Morteratsch im Schweizer Engadin, weht immer eine kühle Brise vom Morteratsch-Gletscher herüber. Zusätzliche Abkühlung gibt es im nur wenige Grad warmen See, den auch im August nur die Hartgesottenen nur kurzzeitig betreten. Wir schätzen hier im Sommer vor allem die kühlen Nächte und die fantastische Lage. Denn hier kannst du dein Zelt, deinen Van oder dein Wohnmobil zwischen Bäumen und kleinen Bächen oder an einem der beiden Seen aufstellen. Mehr Natur geht auf einem Campingplatz fast nicht. Ein ganz besonderes Erlebnis soll hier das Campen im Winter sein. Zwischen meterhohen Schneehäufen und bei Nachttemperaturen von -20 Grad harren hier eingeschworene Wiederholungstäter, Abenteuerer und sogar Dauerzelter aus. Aber geht Wintercamping auch mit Kindern?

Warum sich Camping Morteratsch perfekt fürs Wintercamping eignet

Zunächst könnte man auf die Idee kommen, dass Wintercamping wo anders vielleicht leichter fällt. Immerhin wird es hier nachts sehr kalt. Wir hatten vorab auch Bedenken und haben uns geschworen sofort heim zu fahren, wenn es unangenehm wird. Wurde es aber nicht.

Der Blick vom Campingplatz über den verschneiten See in Richtung Morteratsch-Gletscher.

Optimale Infrastruktur fürs Wintercamping

Vor allem ist da die optimale Infrastruktur: Der Campingplatz hat großzügige, sehr saubere und gut beheizte Sanitäranlagen. Darin zwei Familienbäder mit abnehmbarem Duschkopf und extra niedriger Kindertoilette. Mit ins Gebäude integriert sind Waschtische zum Abspülen. Das war für uns perfekt. Denn während der eine Teil der Familie noch Zähne putzte konnte der andere bereits mit dem Abspülen beginnen und wir waren alle am selben Ort. Gleich nebenan ist übrigens der Spielplatz. Im Nebengebäude befinden sich die Rezeption, ein kleiner Laden der alles verkauft was man so braucht beim Camping und ein beheizter Aufenthaltsraum mit Küchenzeile. Hier halten sich im Winter vor allem die Zelter gerne auf. Aber auch wir haben hier ein Mal gekocht und gespielt. Netter Kontakt und Gespräche mit anderen Campern sind hier vor allem im Winter garantiert.

Die Lage, die Lage, die Lage

Wer das Schweizer Engadin kennt, dem muss ich nichts mehr erzählen. Für alle anderen: Es ist eine traumhaft schöne Gegend. Im Winter führt eine Langlaufloipe direkt über den Campingplatz. Weil wir gerne mit unseren Kindern Langlaufen, sind wir der Loipe bis St. Moritz gefolgt. Sie geht aber noch viel weiter. Nachdem wir uns bei Läderach mit der besten Schokolade der Gegend eingedeckt hatten, ging es mit dem Zug zurück nach Morteratsch. Übrigens ein weiterer Vorteil: Wer mindestens zwei Nächte auf dem Campingplatz verbringt fährt winters im gesamten Oberengadin kostenlos mit Bus und Bahn.

Zwei Langläufer auf dem zugefrorenen St. Moritz-See vor der Kulisse von St. Moritz.
Die Langlaufloipe führt quer über den zugefrorenen St. Moritz See

Mit dem Bus sind auch in wenigen Minuten zwei Top-Skigebiete erreichbar. Corviglia bei St. Moritz und die Diavolezza mit Lagalb Richtung Bernina-Pass. Wir haben das Skigebiet Diavolezza mit seiner längsten Gletscherabfahrt der Schweiz getestet und für super befunden. Wer nicht gerne am Lift ansteht sondern lieber möglichst lange Abfahrten bevorzugt, ist hier genau richtig. Die Diavolezza eignet sich auch supergut für eine Skitour.

Zwei Kinder in Skiausrüstung am Beginn der Gletscher-Ski-Abfahrt von der Diavolezza über den Morteratsch-Gletscher.
Das Tor zur längsten Gletscherabfahrt der Schweiz von der Diavolezza über den Morteratschgletscher bis zum Camping-Platz.

Unsere Erfahrungen beim Wintercamping

Um es auf den Punkt zu bringen: Wir wollen das unbedingt wieder machen! Nachdem wir zuerst sehr unsicher waren, ob es klappt, wissen wir nun dass es einfach nur total viel Spaß macht. Es ist etwas besonderes auch im Winter im Wohnmobil zu schlafen, viel draußen zu sein und auf Gas zu kochen.

So haben wir uns vorbereitet

Nachdem uns von der Campingplatzleitung nahegelgt wurde, einen Stellplatz vorab zu reservieren (scheinbar wird Wintercamping immer beliebter) haben wir das zähneknirschend getan. Das einzige Manko an unserem Urlaub, denn wir reservieren nicht gerne sondern sind lieber ganz spontan. Natürlich musste das Wohnmobil winterfest gemacht werden.

Wir haben die Gasheizung gecheckt, die Batterie aufgeladen und eine zweite mitgenommen. Außerdem Starterkabel, weil wir befürchtet hatten, dass das Wohnmobil nach ein paar Tagen in der Kälte nicht mehr anspringt. Der Wassertank blieb leer, dafür hatten wir zwei größere Kanister für Trinkwasser dabei. Die Toilette bekam einen guten Schuss Frostschutzmittel. Weil wir uns nicht auf nur ein Heizsystem verlassen wollten (was wenn das Gas nachts ausgeht?!?) hatten wir noch eine Elektroheizung mit eingepackt. Außerdem einen Wasserkocher für Wärmflaschen, viele Decken, Felle zum draufliegen und sehr warme Kleidung (Du merkst schon, ich will auf keinen Fall frieren).

Hand mit Wollhandschuh "Schladminger Fäustling" die eine Eiskugel hält.
Im Vorfeld besorgten wir für die Kinder noch „Schladminger“ Fäustlinge. Wir kennen keine Handschuhe die besser warm halten.

So ging es uns tagsüber

Wir hatten mit dem Wetter Glück. Jeden Tag strahlender Sonnenschein, wolkenloser Himmel, den weißesten Schnee den du dir vorstellen kannst und Temperaturen von um die 0 Grad. Auf dem Campingplatz wird es morgens schnell sonnig und entsprechend wärmer. Deswegen haben wir von der klirrenden Kälte die das Thermometer anzeigte kaum etwas gespürt. Viel mehr sind wir immer recht früh schon aufgebrochen um Spaß auf Brettern zu haben. Auch das kostenlose Zugfahren haben wir genossen und sind mit der Rhätischen Bahn durch faszinierende Schneelandschaften bis zur Alp Grüm und wieder zurück gefahren. Es war einfach Winter pur. Die vielen gespannten Schnüre im Wohnmobil zum Trocknen der Sachen brauchten wir kaum. Denn die Sachen wurden wegen der trockenen Kälte kaum nass.

Camping-Stuhl mit Fell neben Auto im Schnee. Im Hintergrund steckt eine Flasche Wein im Schnee zum kühlen.
Nicht wenige Camper wussten das Wintercamping in vollen Zügen zu genießen.

So ging es uns nachts

Auf dem Campingplatz Morteratsch wird es im Februar ab ca. 15 Uhr zunehmend schattig und damit auch wieder kälter. Wir haben die langen Abende im Wohnmobil und im warmen Aufenthaltsraum genossen. Gekocht, gespielt und gelesen. Manchmal waren die Kinder auch noch länger draußen beim Schneehöle bauen oder beim LVS-Gerät (Lawinen-Verschütteten-Such-Gerät) Verstecken und Suchen.

Weil am Campingplatz die Wege und Straßen recht vereist waren, und auch keine Laternen den Weg säumen, wurde unser allabendlicher Weg zu den Sanitäranlagen zum Abenteuer. Wer einen falschen Schritt tat, lag schnell auf dem Boden. Dafür hatten die Kinder nie zuvor einen solchen Sternenhimmel gesehen! Allein dafür hat sich das Abenteuer Wintercamping in der Schweiz gelohnt.

Wohnmobil mit Individualaufbau in Abendstimmung am verschneiten Campingplatz Morteratsch.

Nachts gingen die Temperaturen auf bis zu -20 Grad runter. Aber bei eingeschalteter Heizung schliefen die Kinder ganz entspannt nur mit ihren normalen Bettdecken. Etwas anders war es für die Eltern im Alkofen: Weil sich die Heizluft nur zögerlich dorthinbewegte, war es etwas kälter. Aber ausgestattet mit Fell, Wärmflasche, Bettdecke und Wolldecke darüber konnte auch die etwas ältere, dünnhäutige Dame mit den notorisch kalten Füßen (also ich) gut schlafen. Eines nachts war mir sogar richtig heiß und ich warf nicht nur die Wärmflasche aus dem Bett sondern auch meine Wolldecke. Der morgendliche Blick auf das Thermometer gab Aufschluss: Nur -11 Grad.

Magic Wood: Bouldern und Camping

Magic Wood ist eines der beliebestens Bouldergebiete in Europa. Und es hat seinen Namen auch wirklich verdient. Denn dieser Wald zieht magisch an. Zumindest die Boulderer aus aller Welt, die sich fast das ganze Jahr über an den zahlreichen Felsbrocken im Wald vergnügen und abends auf dem winzigen Campingplatz fröhlich zusammendrängen. Aber kann Magic Wood auch Genussboulderern wie uns was bieten? Wir haben den Boulder-Hot-Spot zusammen mit unseren drei Kindern getestet.

Magic Wood: Planung, Übernachtung und Ausrüstung

Ein bisschen nervös sitzen wir im Auto Richtung Ausserferrera in der Schweiz. Wir kommen mit dem Wohnmobil aus der Fränkischen Schweiz, wo wir uns ein bisschen warm geklettert haben. Jetzt wollen wir es wissen: Sind wir fit genug für das Boulder-Eldorado?

First come first serve: Reservierung in Bhodi Camping nicht möglich

Die Kinder quengeln ihr bekanntes „Wann sind wir endlich da?“-Lied, und wir Erwachsenen hoffen einfach nur, dass wir auch irgendwo beim magischen Wald übernachten können. Denn eine Reservierung bei Bhodi Camping, dem einzigen Campingplatz nahe den Boulderblöcken, war leider nicht möglich. Als wir endlich ankommen, können wir unser Glück kaum fassen: Eine einzige freie Parklücke auf dem Campingplatz, in die unser Wohnmobil genau rein passt! Also schnell fünf Mal auf engstem Raum rangieren und dann die Liegestühle rausholen.

Wohnmobil mit Individualaufbau am Bodhi Camp. Davor Mann und Mädchen mit Campingstühlen die Essen auf Crashpad vorbereiten.
Wir kommen genau richtig und besetzten gleich mal die einzige freie Parklücke mit unserem Wohnmobil.

Empfehlung Boulderführer Magic Wood

Wir empfehlen den Führer Alpen en bloc von Florian Wenter und Lorenz Delago, erschienen im Panico Alpinverlag. ISBN: 978-3-95611-073-3

Ich packe meine Bouldertasche: Was Du brauchst, und was Du daheim lassen kannst

Das wichtigste sind natürlich die Schuhe. Ohne Kletterschuhe kommst Du nicht weit. Aber wem sage ich das. Im Magic Wood findest Du von Reibungsplatten über Überhänge, winzige Kanten, Sprünge und Risse fast jedes Kletterproblem vertreten. Von mittel-schwierig bis schwierig. Möglicherweise brauchst Du dafür auch verschiedene Kletterschuhe.

Was Du nicht unbedingt mitnehmen musst, sind Crash-Pads. Die kannst Du am Camping-Platz gebührenfrei leihen. Im Magic Wood ist es auch üblich die Crash-Pads zusammen zu legen und gemeinsam an einem Problem zu spielen. Die Verständigung zwischen den Boulderern verschiedener Nationen ist leichter als vermutet: Kalkhände und Ausdrücke der Kraftanstrengung sind international verständlich. Und in der Schweiz ist es sowieso normal, zunächst nicht zu wissen in welcher Sprache der Nachbar angesprochen werden muss.

Auch kleidungstechnisch kannst Du eher spartanisch packen, denn auf dem Campingplatz und im Wald triffst Du sowieso nur auf Deinesgleichen: Menschen mit kalkbefleckten Hosen, T-Shirts (wenn überhaupt) und Wollmützen. Weil der Wald in einer Schlucht liegt ist es aber morgens und abends recht kühl. Eine gute Jacke und eine Regenjacke sollten also schon dabei sein. Auch im Hochsommer. Uns kam das gerade recht, denn im Magic Wood konnte wir vor den heißesten Tagen im August fliehen und hatten wunderbare kühle Nächte.

Bouldern im Magic Wood: Harte Züge im Märchenwald

Das schreibt mein Sohn (14) übers Bouldergebiet:

Magic Wood ist eines der Top-Bouldergebiete in der Schweiz. Doch wie ist es dort mit Kindern und wie für Genussboulderer? Als wir ankommen, fängt es an zu regnen und wir schauen uns die Boulderblöcke erst einmal an. Im dichten Wald ist es mit Regenjacken recht gut auszuhalten und so erkunden wir die Sektoren „Bach“ und „Beach“.

Die Sektoren Bach und Beach

Einige Probleme sehen interessant aus und wir legen unsere Crashpads nieder. Der Regen hat zum Glück wieder aufgehört. Ein spaßiger, nicht allzu schwieriger Boulder ist smoking squirrel(6a+) im Sektor Bach, von uns nur noch „Italienerkante“ genannt. Denn während wir gerade anfingen, kam eine Gruppe Italiener vorbei, die kurzerhand ihre Crashpads in „unsere Route“ legten. Auf Nachfrage meinten sie, das sei hier normal, dass man sich die Routen teile. Wieder etwas in der Boulderwelt gelernt! Am nächsten Morgen projektierten wir zusammen mit anderen Boulderen am Beachblock, wo sich eine der eher seltenen leichten UND schönen Routen befindet: Beach Easy (5). Weil es morgens in Magic Wood relativ ruhig ist, haben wir so gut wie freie Auswahl.

Der Sektor Kamel

Im Sektor Kamel finden wir an den Blöcken 1-10 viele leichte Boulder im 5. Grad, leider sind sie meistens etwas kurz und sehr kraftlastig. Wir probieren uns noch an Frankys wild Traverse (6a+). Hier merken wir, wie in den meisten Routen, dass man sehr auf seine Füße achten muss, da Tritte sehr rar sind. Als wir wieder zurück Richtung Bhodi Camping gehen, machen wir noch halt am Block 14 im Sektor Kamel, wo ein langer, unbenannter Riss (4) auf uns wartete. Aufgrund seiner Höhe ist er für Kinder ungeeignet, für Genussboulderer aber ein wahres Vergnügen. Dann kehren wir noch einmal an die „Italienerkante“ zurück und vergnügen uns am Bach mit Steinmandl bauen.

Fazit: Magic Wood ist ein super Bouldergebiet, allerdings nur, wenn man mindestens 6a bouldern kann. Für Geniesser gibt es einige Routen, aber für Kinder mit Boulderabsichten ist Magic Wood vielleicht doch frustrierend. Als Spielplatz ist der Zauberwald jedoch super.

Schwammerl suchen: Mit Kindern in den Wald

Bodhi Camping: Boulder-Livestyle pur

Wenn sich im Polo neben Dir vier erwachsene Männer mit Wollmützen aus ihren Schlafsäcken schälen, es abends ab 22 Uhr still wird, weil jeder am nächsten Tag fit sein will und Du mindestens fünf verschiedene Sprachen gleichzeitig hörst, bist Du im Bodhi Camp gelandet. Der einzige Campingplatz am Bouldergebiet gleicht eigentlich mehr einem spontan aufgeschlagenen Lager als einem typischen mitteleuropäischen Campingplatz. Es gibt eine mit Hackschnitzel aufgefüllte Ebene für die Zeltstadt, und einen Parkplatz, auf dem sich VW-Busse, Kombis und auch Kleinwagen drängen. Mit unserem Wohnmobil und den Kindern darin sind wir fast Exoten.

Aber die Sanitären Anlagen sind neu und gepflegt. Das ist für uns das Wichtigste. Wir sehen auch viele Fahrzeuge außerhalb des Camps parken und vermuten, dass diese auch als Bett genutzt werden. Offiziell ist das aber verboten.

Blick von oben über Bodhi Camp. Sehr viele Autos, Zelte, Mülltonnen.
Der Boulder-Lifestyle ist eher spartanisch. Aber was braucht man schon wenn man sich den ganzen Tag im Wald umd am Bach vergnügen kann?

Die Kletterbrücke bei Emmering

Update vom 29.03.2022

Wird die Kletterbrücke Emmering bald gesperrt? Die Zaumpfosten rund um die Brücke verheißen nichts Gutes. Aktuell sieht es so aus, als würde die Brücke bald eingezäunt und damit komplett gesperrt. Dann war es das mit dem Klettervergnügen.

Ich kann nicht genau sagen, wie ich mir die Brücke vorgestellt hatte, aber SO irgendwie nicht. Wir wandern etwa zwei Minuten auf einem Pfad durch ein Wäldchen und plötzlich stehen wir auf einer Lichtung. Vor uns eine Brücke, einfach so und ohne Verbindung. Keine Straße, keine Schiene, einfach sonst Nichts. Das ist also die berühmte Kletterbrücke bei Emmering. Hier wollen wir klettern. Na das kann ja heiter werden!

Die Brücke wurde 1939 gebaut und sollte eigentlich als Überführung dienen. Es wurde aber nie an dem geplanten Verkehrsweg weitergebaut. Deswegen steht sie nun allein mitten im Wald. Und weil sie mit Konglomeratblöcken verkleidet ist, haben Kletterer die Emmeringer Brücke für sich eingenommen – neben Sprayern und Party-Leuten. Eine Anfahrtsbeschreibung gibts am Ende des Beitrages.

Klettern an der Emmeringer Brücke

Wir suchen uns einen guten Lagerplatz in der Sonne und packen unsere Klettersachen aus. Es ist der erste „Naturwandkontakt“ nach dem Winter und wir sind schon sehr gespannt. Auf mich wirkt die Brücker momentan noch nicht so einladend. Die Grafitties sind schon recht wild und Griffe und Tritte kann ich zunächst auch nicht erkennen. Bei näherer Betrachtung aber sehe ich doch größere und kleinere Löcher in den knallbunten Bildern. Daran könnte man sich schon festhalten…

Gardaseeverwöhnte Kletterer werden hier vielleicht erstmal keinen Vorstieg machen wollen, denn die erste Möglichkeit eine Exe einzuhängen ist in allen leichteren Routen durchweg in einer Höhe von etwa vier Metern. Zum Glück ist es eine Brücke. Einfach oben drüber spaziert und von oben das Seil eingehängt. Fertig.

Wir beginnen zu klettern und schon bald sind wir nicht mehr allein. Andere Kletterer gesellen sich dazu. Meistens zu zweit, aber auch Einzelkämpfer radeln hier her um an ihren persönlichen „Problemen“ zu arbeiten. Dank Toprope-Möglichkeit und Sicherungsvollautomaten kann Klettern auch eine Einzelsportart sein.

Die Kletterbrücke bei Emmering: Unser Fazit

Die Löcher in der Konglomeratwand erweisen sich als spannende Griffe. Mal gibt es Fingerlöcher, mal perfekte Klemmgriffe und mal nur Aufleger. Im Wandbereich mit der Farbe ist der Fels deutlich schmieriger, wogegen etwas Kalk hilft. Die Wand ist nicht hoch, aber es ist für jedes Kletterniveau was dabei, sodass es nicht langweilig wird. Die Brücke ist gut abzusichern. Nichts ist lose oder locker und die Umgebung ist auch für Kleinkinder sicher (solange sie sich nicht auf die Brücke obendrauf wagen). Im Sommer ist es durch das Blätterdach des Waldes schattig, im Frühjahr und Herbst schön sonnig. Für Profis gibt es Routen die ins Dach der Brücke führen, hier klettert man dann an Holzstämmen und Kunstgriffen entlang.

Das Klettern an der Emmeringer Brücke ist nicht ganz dasselbe wie am echten Fels. Aber kommt schon recht nah hin.

Die Kletterbrücke bei Emmering: Anfahrt und Topo

Du findest die Kletterbrücke im Landkreis Fürstenfeldbruck. Auf der Straße von Eichenau nach Emmering ist auf der rechten Seite ein Wäldchen, in das ein Wiesenweg abbiegt. Es gibt hier nicht einmal einen Parkplatz, nur eine etwas vergrößerte Einfahrt zu einem Weg der nur für den Land- und Forstwirtschaftlichen Betrieb freigegeben ist. Parke also bitte mit Bedacht, wenn Du mit dem Auto kommst. Von hier erreichst Du die Brücke innerhalb von zwei Minuten zu Fuß, indem Du auf einem Trampelpfad weiter Richtung Emmering marschierst.

Die Topos findest Du auf dieser Seite.

Auch noch wichtig: Die Brücke hatte mal ein richtiges Müllproblem. Das ist schon etwas besser geworden, trotzdem liegen noch manchmal zerbrochene Flaschen usw. rum. Also bitte nimm Deinen Müll wieder mit nach Hause. Dann haben alle Freude an der Kletterbrücke – auch die Sprayer und die Party-Leute.

Baumklettern mit Kindern- So gehts

Langlaufen mit Kindern

Der Winter 2021 ist anders als andere Winter. Vielerorts liegt Schnee, das Wetter ist gut. Und keine Aussicht auf eine Öffnung der Skilifte. Aber vielleicht ist Langlaufen eine Alternative für Dich und Deine Familie? Jetzt höre ich Dich sagen: Langlaufen mit kleinen Kindern? Wie soll das denn bitte gehen? Glaub mir, das geht. Und es macht richtig Spaß.

Wir haben das Langlaufen mit unseren Kindern zum ersten Mal ausprobiert, als die Kinder 4, 6 und 10 Jahre alt waren.

Langlaufen mit Kindern: So kann der Start gelingen

Der Große hatte bereits ein bisschen Erfahrung, die beiden Jüngeren noch nicht. Aber alle drei waren bereits auf Alpin-Skiern gestanden. Fahrkönnen allerdings sehr unterschiedlich. Da wir Eltern aber große Langlauf-Fans sind, schon allein wegen der unglaublich schönen Landschaftserlebnisse die man dabei hat, wollten wir das unbedingt auch mit den Kindern machen.

Wir hatten einen Winterurlaub im Bayerischen Wald geplant, in der Nähe von Bodenmais. Dort gibt es das Aktivzentrum-Bretterschachten mit insgesamt 114 Kilometern Loipe und vielen Rundtour-Varianten. Da ist für jedes Können und jede Ausdauer was dabei. Außerdem liegt dort auf über 1000 Meter über NN im Winter eigentlich immer genug Schnee. Wer sich einen schneeverwunschenen Wald vorstellt, ist dort genau richtig.

Um mit so jungen Kindern Spaß auf der Loipe zu haben und keinen zu überfordern ist die richtige Ausrüstung wichtig. Für uns hat das bedeutet, dass wir für unseren alten Chariot-Anhänger (jetzt Thule) ein Ski-Set brauchen. Ja genau, diesen Anhänger gibt es auch auf Skiern und mit einem eigenen Zugsystem. So konnte ich meinen Mann vor den Anhänger „spannen“ in dem das Gepäck und manchmal ein Kind drin waren. Bei den eher kurzen Runden die wir mit den Kindern laufen konnten war das super, so war mein Mann ebenfalls konditionell ausgelastet.

Zwei Kinder ziehen gehört zur Königsdisziplin

Wir Erwachsenen hatten unsere Langlaufski sowieso, unser Ältester hatte auch eigene Skier. Für das mittlere Kind haben wir im Urlaubsort Langslaufski und -schuhe ausgeliehen. Die Jüngste hatte ihre Alpin-Ski an, da es Langlaufschuhe erst ab Schuhgröße 29 gibt.

Nun kann man mit Alpin-Skiern natürlich nicht wirklich Langlaufen. Aber das hätte die Vierjährige vermutlich sowieso nicht gut geschafft. Deswegen durfte sie abwechselnd im Anhänger sitzen, sich an einem kurzen Seil, das am Anhänger befestigt war, vom Papa ziehen lassen oder selbst zwischen Papas Beinen mitrutschen. Je nach Gelände.

Papa als Skilift

Unser Sechsjähriger stand zum ersten Mal auf Langlaufskiern, konnte aber schon einigermaßen gut alpin Skifahren. Er brauchte etwa eine halbe Stunde, um die Technik zu verstehen und dann hat er eine erstaunliche Geschwindigkeit und Ausdauer an den Tag gelegt.

Wir hatten uns für den Anfang die mit 4 km kürzeste Loipe am Bretterschachten ausgesucht. Aber als wir wieder am Ausgangspunkt ankamen, wollten die Kinder nach einer kurzen Pause sofort nochmal.

Langlaufen mit Kindern: So gings weiter

Wir waren inzwischen öfter in Bodenmais und am Bretterschachten. Schifahren am Arber, gleich um die Ecke, ist auch schön. Aber das Langlaufzentrum hat es uns allen angetan. Zwei Jahre sind seit unserem ersten Versuch vergangen und wir sind der Meinung, der doch größere Aufwand hat sich rentiert. Unsere Kinder gehen sehr gerne mit uns zum Langlaufen. Sie schaffen alle drei die längste der Loipen am Bretterschachten, die tatsächlich besonders schön ist und mit der Chamer Hütte eine gemütliche Einkehrmöglichkeit bietet.

In diesem Winter waren wir schon einige Male einfach vor der Haustüre mit den Kindern Langlaufen. Das heißt über Feldwege und zugeschneite, festgefrorene Felder. Auf Wegen entlang des Lechs. Und ein Mal rund um den See. Einfach überall dort, wo wir eine geschlossene Schneedecke erwarten konnten.

Mit Feuer kochen für Kinder – auch unterwegs

Lieben Deine Kinder Lagerfeuer genau so wie meine? Dann solltest Du weiterlesen, denn in diesem Beitrag geht es um das Kochen mit Feuer für Kinder- und damit meine ich NICHT das übliche Stockbrot, das meistens außen verkohlt und innen roh gegessen wird. Hier erfährst Du wie und wo Du überall Feuer zum kochen machen kannst. Außerdem verrate ich Dir hier zwei unserer unterwegs-tauglichen Lieblingsrezepte. Ach ja – und wie Dein Stockbrot besser gelingt erfährst Du am Ende des Beitrages dann auch noch.

Über Feuer kochen mit Kindern – zu Hause

Wenn Du einen Garten, einen Balkon, einen Innenhof, eine Hofeinfahrt oder einen Vorplatz in irgendeiner Art hast, fällt Feuer machen etwas leichter. Möglicherweise musst Du vorher deine Vermieterin oder die Hausverwaltung fragen. Vielleicht auch den Nachbarn.

Du kannst Dir eine schicke Feuerschale zulegen, oder im Garten eine Grube graben und diese mit Steinen bzw. Pflastersteinen auslegen. Aber auch ein kleiner Grill reicht im Grunde genommen aus. Dann brauchst Du Holzscheite in verschiedenen Größen und Anzünder.

Tipp: Lass mal Deine Kinder unter Aufsicht das Feuer selbst anzünden. Wenn Du magst gib ihnen nur Papier und kleine Holzstückchen. Sie werden mindestens eine halbe Stunde begeistert beschäftigt sein und wenn das Feuer dann brennt sind sie – vollkommen berechtigt – unglaublich stolz auf ihre Leistung.

Um auf dem Feuer kochen zu können brauchst Du eine Vorrichtung, die Deinen Topf oder Deine Pfanne hält. Dafür eignet sich ein sog. Dreibein. Das ist ein dreibeiniges Gestell das einen Grillrost hält. Dieses kannst Du über dem Feuer positionieren. Entweder kochst Du direkt auf dem Rost, das nennt man dann grillen ;-), oder du stellst Deinen Topf oder Deine Pfanne darauf.

So kannst Du übrigens auch Punsch oder Feuerzangenbowle machen. Wir laden jedes Jahr kurz vor Weihnachten Freunde ein, um gemeinsam ums Feuer zu stehen oder zu sitzen, Plätzchen zu teilen und Feuerzangenbowle zu trinken. Das ist ein Ritual, das für meine Familie den Beginn von Weihnachten markiert. In diesem Jahr werden wir das wohl alleine und mit Punsch machen.

Mit Feuer kochen unterwegs: Der Hobo-Ofen

Um auch unterwegs auf ein warmes Mittagessen nicht verzichten zu müssen haben wir uns etwas Besonderes einfallen lassen. Ich gebe zu, dass es ein Gaskocher dafür auch tun würde, aber das kann ja jeder.

Wir haben uns einen Hobo-Ofen gebastelt. Unserer ist ein ehemaliger Sektkühler aus Alu, in den wir für die Luftzufuhr unten drei größere Öfnungen geschnitten haben. Auf dem Boden des Sektkühlers liegt ein Gitter. Das wars. Wenn wir auf einem Tagesausflug mit den Rädern oder einer Wanderung in der näheren Umgebung sind, dann kommt der Hobo-Ofen mit. Idealerweise hast Du bei Ausflügen mit dem Hobo-Ofen einen Fahrradanhänger dabei. Dann musst Du nicht alles selbst schleppen.

Die optimale Umgebung für das Kochen auf einem Hobo-Ofen ist ein Flußufer. Da kann feuertechnisch nichts passieren, Du findest üblicherweise genug trockene Holzstücke und die Kinder haben die besten Spielbedingungen.

Wir nutzen zum Kochen auf dem Hobo-Ofen eine gußeiserne Pfanne, ein Geschenk einer befreundeten Familie aus Frankreich. Diese Pfanne ist auch auf allen unseren Wohnmobilreisen dabei, das Bratergebnis ist immer perfekt. Du solltest unbedingt versuchen an eine solche Pfanne ran zu kommen.

Wichtig: Nach dem Kochen musst Du die Asche entsorgen. Lass sie gut auskühlen oder lösche sie mit Wasser. Danach suche bitte eine Stelle, an der Nichts Feuer fangen kann. Hier kannst du die Asche ausleeren. Bleib noch einige Minuten um sicher zu gehen, dass keine Glut mehr da ist.

Jetzt verrate ich Dir hier unsere beiden absolut simplen Lieblingsrezepte für unterwegs. Außerdem erfährst Du, wie Dein Stockbrot besser gelingt.

Kochen mit Feuer unterwegs: Rezept mit frisch gesammelten Pilzen

An manchen Spätsommertagen verbringen wir viel Zeit im Wald beim Spielen, Geocache-Suchen oder Schwammerl sammeln. Wenn wir mittags dann Hunger bekommen, und die Schwammerl-Ernte gut ist machen wir uns mit dem Hobo-Ofen und unserer Pfanne folgendes Schwammerl-Gericht:

  • Zutaten: mehrere Hand voll im Wald geputzte Schwammerl, eine Zwiebel – klein gewürfelt, 2-5 Eier, Salz, Öl, evtl. Speckwürfel
  • Zunächst Zwiebeln und Speck in Öl anbraten, Schwammerl dazu geben und gut durchbraten, zuletzt die Eier dazugeben und gut verquirlen. Mit Salz abschmecken.

Dazu gibt es einfach ein paar Scheiben frisches Brot. Denke daran, dass Du für dieses Gericht Besteck und evtl. sogar Campingteller mitnimmst.

Natürlich achten wir vor allem im Wald darauf, dass wir das Feuer an einer sicheren Stelle machen. Der Hobo-Ofen sollte nicht umkippen können, leicht brennbare Materialien solltest Du aus dem Weg räumen und natürlich stellen wir eine Flasche mit Wasser zum Löschen bereit.

Kochen mit Feuer unterwegs: Rezept für gefüllte Fladen

Das folgende Rezept ist bei uns, und bei allen die mit uns unterwegs sind, sehr beliebt. Im Grund genommen ist es einfach nur ein Hefeteig, der zu kleinen Fladen geformt und mit unterschiedlichen Zutaten gefüllt wird. Kurz überm Feuer in Öl rausbraten. Fertig.

  • Zutaten für den Teig: 500 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe, 1 TL Salz, 1 TL Zucker, 2 EL Olivenöl, 280 ml warmes Wasser. Für die Füllung: Feta-Würfel für die pikante Variante, Schokoladen-Stückchen für die süße Variante
  • Alle Zutaten mischen und zu einem Hefeteig verkneten. Das machst Du am Besten zu Hause, dann musst Du nicht alle Zutaten mitschleppen. Den fertigen Teig in eine Schüssel mit Deckel geben und mitnehmen. Am Besten zusätzlich ein wenig Mehl mitnehmen.
  • Vor Ort aus dem Teig handtellergroße Fladen formen, 2-3 Feta-Würfel oder 1 Schokoladen-Stückchen in die Mitte legen und Fladen von den Seiten aus zuklappen. Das Ergebnis sollte aussehen wie eine flache Semmel, die Füllung sollte nicht zu sehen sein.
  • Einen guten Schuss Öl in der Pfanne über dem Hobo-Ofen erhitzen und Fladen darin rausbacken. Je nach Hitze des Feuers 2-3 Minuten pro Seite.

Zu den pikanten Fladen passen Bratwürste ganz gut. Bei diesem Rezept solltest Du darauf achten ein Besteck zum Wenden der Fladen dabei zu haben, das lange genug ist, dass Du Dir nicht die Finger verbrennst. Am Besten beim Grillbesteck nachschauen, ob etwas passendes dabei ist. Außerdem sind 1-2 Brettchen oder Teller hilfreich, um die Fladen darauf abzulegen.

Am Lagerfeuer mit Kindern: So gelingt Dein Stockbrot

Für Stockbrot-Fans hier noch der ultimative Tipp unserer Freundin Andrea gegen Frust und außen verkohlte aber innen noch rohe Stockbrote:

Wickle ein Stück Alu-Folie über die Spitze Deines Steckens und darüber wickle Deinen Stockbrotteig in dünnen Streifen. Das Ergebnis ist deutlich besser als bei Stockbrot ohne Alu-Folie. Außerdem bleibt so keine Rinde am Brot hängen. Leider nicht umweltfreundlich, aber wirksam.

Übrigens: Stockbrot schmeckt auch sehr lecker mit süßem Hefeteig.

Welches sind Deine Lieblingsrezepte für die Outdoorküche?

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